Heute morgen regnet es, es soll den ganzen Tag grau und regnerisch bleiben. Ich will zum Sport und bin ansonsten unentschlossen. Was würde mir Vergnügen bereiten? Ich habe wieder eine sanfte Sehnsucht nach Japan, gespeist durch den zurückliegenden Aufenthalt dort und den Film Kokuho. Merkwürdig … und wahrscheinlich nur deshalb, weil sich Weltferne und Unwissen zu einer weichgezeichneten Projektionsfläche vermischen, auf der sich Bilder oder eher Phantome von Selbstgenügsamkeit, Einfachheit, kultureller Tiefe und Umsicht abbilden, Bilder, die so ganz anders sind, als unsere täglichen Eindrücke von Gier, Zerstörung, Hass, Verachtung usw. usf.
Ich werde jetzt im Netz nach der neu gefundenen Liebe12, der jungen Japaner zum Tanka recherchieren.
Gestern haben wir zum zweiten Mal den Film „Kokuho – Meister des Kabuki“ ( 国宝 Kokuhō) gesehen.
Ich bin wieder ganz beeindruckt aus dem Kino gekommen. Jetzt, beim zweiten Mal, habe ich noch vieles entdeckt und bin mir sicher, dass es auch noch vieles zu entdecken gibt.
Letztlich ist es ein Film über Vollkommenheit, Kunst und den Preis, den man für beides zahlt …
Der Film und die Reise der Hauptfigur Kikuo beginnt mit dem Mord an seinem Vater im Schnee und endet mit dem funkelnden Staub im Bühnenlicht nach dem beschneiten Tanz als Reihermädchen: die Landschaft nach der Kikuo sucht, nachdem er sie erstmals im Tanz des lebenden Nationalschatzes Mangiku gesehen hat, – Kann es sich bei der Landschaft um einen Begriff handeln, der in der Übersetzung verloren geht?
Diese Landschaft zeigt sich, wenn Vollkommenheit erreicht wird, Kunst sich vollkommen verwirklicht, wird symbolisiert durch Schneeflocken oder Kirschblüten, die auf die Bühne fallen, ein Motiv, das immer wieder im Film auftaucht, ebenso wie der Blick nach oben, über den Kikuo und Shunsuke, gegen Ende des Films sogar sprechen und sich fragen, wer sie von oben dort beobachtet. Ist es der Blick eines transzendenten Zuschauers? Oder sind es die Kabukimeister, die ihnen vorangegangen sind, in dieser Kunst die streng in einer männlichen Erbfolge weitergegeben wird?
Hier musste ich an den Besuch des Raku Museums in Kyoto denken. Die Kunst des Raku, einer besonderen Keramik, wird in der Familie seit 450 Jahren in gleicher Weise weitergegeben und doch haben es die Zeitläufte mehrmals notwendig gemacht, dass die Traditionslinie über Frauen der Familie an Außenstehende weitergegeben wurde, weil schlicht kein Sohn da oder fähig genug war: Ein zentraler Konflikt im Film und zwischen Kikuo, dem Zögling, und Shunsuke, dem Erben.
Es gibt noch vieles über diesen Film nachzudenken und doch ist er zugleich einfach ergreifend.
And meanwhile, Trump announces his intention to wipe out an entire civilisation.
PS: Was mir das Bloggen schwierig macht, ist, Privates von Öffentlichem zu trennen. Interessant ist doch nur, was die Grenze zwischen beidem wenigstens berührt.
Einen VPS gemietet, um AI Assistenten auszuprobieren; ich bin immer für sinnlosen und gefährlichen Unfug zu haben … Nur: Irgendwie fehlt mir letzten Endes der use case. 🤷♂️
Welche Fragen soll man stellen, um eine Antwort zu erhalten, die verändert? Kann eine Frage überhaupt etwas verändern?
Maieutik.
Eine Frage – die Hebamme?
Die Antwort – das Kind?
Vielleicht ist eine Frage eher ein Fluchthelfer und die Antwort der Gefängnisinsasse, der fern der Öffentlichkeit, fern des Wissens und des Bewußtseins gefangen gehalten wurde und nun ans Licht findet.
Die Befindlichkeit der Antwort, sie spielt ein Rolle. Wird die Antwort nach den langen Jahren der Gefangenschaft überhaupt etwas mit der Wirklichkeit anfangen können, in die sie geworfen wird?
Brittens „Peter Grimes“ im Staatstheater gesehen. Ich frage mich, ob es mein Gehör ist oder die digitale Musikkompression jetzt schon in die Aufführungspraxis aufgenommen wurde oder aber die Oper bis auf zwei Arien tatsächlich nur in forte+ zu haben ist.
#Oper
Ich habe mich selbst zum Geburtstag beschenkt und mir die Kamera gekauft, mit der ich schon seit langem liebäugle. Ich habe schon vor Jahren einen Urlaub mit der Ricoh GR - also einer Kamera mit fester Reportage-Brennweite - gemacht und mir hat die Einschränkung gefallen. (Auch wenn ich ehrlicherweise nicht immer begeistert bin, wenn ich dann tatsächlich auf Motive verzichten muss.)
Warum jetzt aber die Fujifilm X100VI und nicht die aktuelle Ricoh? Ich habe schon eine X-Pro 2 und liebe die Filmsimulationen, das analoge Handling und die möglichen Ergebnisse straight out of camera. Ich habe keine Lust auf Nachbearbeitung im digitalen Labor und schätze die direkte Verbindung zwischen Motiv und fertigem Bild.
Nun habe ich die Qual der Wahl, welche “Filme” ich auf die sieben verfügbaren Speicherplätze konfiguriere; die Möglichkeiten sind schier endlos und ich tue mich doch so schwer mit Einschränkungen. Also suche ich jetzt nach meiner Motivation zu Fotografieren, um die passenden Einstellungen zu finden. Was ist mir wichtig, welche Bilder möchte ich machen, welches Gefühl vermitteln?
#x100vi #photography
Wenn man dann versehentlich Instagram auf dem Rechner geöffnet hat und die ersten Beiträge sich dem Technofeudalismus als Nachfolger des Kapitalismus widmen, eine Stimme mehr vor der Regierungsübernahme durch die AfD in Sachsen-Anhalt warnt, ein weiterer Post darstellt, dass die Gewalt gegen LGBTQ+Menschen wieder steigt, dann ist die Woche schon gelaufen.
Tagebuchschreiben
Ertrinken oder schwimmen?
Der See liegt dunkel.
du ich
Ich denke immer
Du hilfst mir raus
Und dann bist du
Doch nur ich.